Wie schreibe ich einen Liebesbrief?

„Erheitre Dich – bleibe mein treuer einziger Schatz, mein Alles, wie ich Dir, das Übrige müssen die Götter schicken, was für uns sein muss und sein soll.“, und „ewig dein, ewig mein, ewig uns“ so endet Ludwig van Beethoven in einem seiner Liebesbriefe – vermutlich an Antonie Brentano. Beethoven schrieb genau so wie Napoleon oder Goethe von Hand an seine Geliebte. Auf Papier.

Auch meine Mutter hat noch einen Liebesbrief meines Vaters aus Jugendzeiten aufgehoben. Inzwischen ist er schon ein bisschen vergilbt, aber die Worte sind noch deutlich zu lesen.

So etwas gibt es heute wahrscheinlich nicht mehr so oft, oder doch? Eine Nachricht per Whatsapp ist schnell getippt, ein paar Smileys mit Kussmund und Herzchen dazu – fertig ist die Liebesbotschaft. Das Internet gibt auch noch die passenden Sprüche, Bildchen und Tipps dazu. Aber so richtig individuell, auf den/die Liebste*n zugeschnitten, ist das nicht.

Digitale Liebesbotschaften sind eher kurzlebig und verschwinden bei der Nachrichtenflut ganz schnell irgendwo im Chat-Verlauf. Sie sind viel weniger persönlich als ein Brief, den man in der Hand halten kann, an dem man riechen kann, den man vielleicht sogar unters Kopfkissen legen kann und auch noch lesen kann, wenn der Akku alle ist oder das Smartphone verloren gegangen ist.

 

Wie also einen echten Liebesbrief schreiben?

Hier habe ich dir 8 Tipps zusammengestellt, damit dir dein nächster ganz persönliche Liebesbrief an deine/n Liebste/n gut von der Hand geht:

 

1. Wozu einen Liebesbrief schreiben?

 

Ein Liebesbrief ist eigentlich eine andere, ausführlichere und persönlichere Art „Ich liebe Dich“  zu sagen – nur einfach mit ein paar mehr Worten, mit Gefühl, Zuneigung, einem liebenden Blick auf den andren. Einem Blick auf das, was ihr gemeinsam erlebt habt, was euch verbindet und Vorfreude auf das, was da alles noch kommen mag. Mit einem Liebesbrief kannst du dir selbst bewusst machen, wie viel dir am anderen liegt und vor allem auch, was genau du am anderen so liebst. Und ein Liebesbrief ist in der Regel etwas, was den oder die Adressat*in freut.

Ein Liebesbrief kannst du aber auch schreiben, um deiner heimlichen Liebe deine Gefühle zu offenbaren. Oder nach einem Streit oder Konflikt, wenn ihr euch ausgesprochen habt aufs Papier zu bringen, was du wirklich für den anderen fühlst und was es für eure Beziehung bedeutet, „durch dick und dünn“ und auch Konflikte und Herausforderungen gemeinsam durchzustehen und zu meistern.

Einen Liebesbrief schreiben kann auch bedeuten, Klarheit über deine Gefühle zu bekommen. Du kannst wunderbar reflektieren, warum du mit jemandem zusammen bist und wie dich diese Beziehung selbst verändert hat, zu welchem Menschen sie dich gemacht hat.

 

2. Zu welchem Anlass kann ich einen Liebesbrief schreiben?

 

Eigentlich gibt es für einen Liebesbrief keinen bestimmten Anlass. Wenn du das Gefühl hast, du möchtest deinem/deiner Liebste*n sagen: Ich liebe dich – dann tu es einfach. Aber ein guter Anlass kann zum Beispiel sein:

  • zum Jahrestag eures Beziehungsanfangs/ eures Kennenlernens
  • zum Geburtstag
  • zum Hochzeitstag
  • zu Weihnachten
  • zum Valentinstag
  • zu Silvester – mit Blick auf das alte Jahr und Hoffnung für das neue Jahr.
  • Du willst ihm/ihr endlich sagen, dass du sie/ihn liebst und das alles mehr als nur Freundschaft ist.
  • Wenn dein/e Liebste*r deinen Zuspruch, deine Unterstützung und deine Motivation braucht.

 

3. Welche Stimmung/Atmosphäre brauche ich zum Schreiben eines Liebesbriefs?

Hier geht es natürlich vor allem darum, dass du dich wohl fühlst dabei. Es sollte ein Ort sein, an dem du dich geborgen und vor allem ganz in Ruhe gelassen und ungestört fühlst.

Das kann dein Bett sein, dein Sofa, der Küchentisch mit einer Tasse Lieblingstee oder Kaffee, dein Esstisch mit einer schönen Kerze oder dein Sonnenbalkon. Manche brauchen, um im Kopf richtig frei zu sein und um ihre Gefühle besser wahrnehmen zu können, die Natur: Vielleicht magst du in den Wald gehen, setzt dich auf eine Bank oder suchst dir ein ruhiges Plätzchen im Park an einem kleinen See. Auch das Rauschen von einem Bach oder Fluss kann auch dein Schreiben in Fluss bringen.

 

4. Was schreibe ich überhaupt?

 

Kurz vorab: Es gibt nicht den einen perfekten Liebesbrief. Sondern jeder Liebesbrief ist anders und ganz individuell von jemandem für jemanden geschrieben. Um für deinen Liebesbrief Ideen zu sammeln, kannst du dir erst einmal eine Art Schmierpapier nehmen.

Am besten stellst du dir deine*n Liebsten erst einmal bildhaft vor. In Gedanken lässt du ihn/sie vor dir auftauchen, vielleicht berührst du ihn/sie in Gedanken, lässt dich tragen von den Gefühlen, die da aufkommen und vielleicht schreibst du einfach erst einmal wie in einem Brainstorming alle Gefühle/Stimmungen auf, die du mit deinem Liebsten verbindest.

Anschließend kannst du zu folgenden Fragen schon einmal ein paar Stichpunkte aufschreiben:

  • Wie würdest du ihn/sie beschreiben?
  • Wie bringt er/sie dich zum Lachen?
  • Was liebst du besonders an ihm/ihr?
  • Auf was in eurer Beziehung möchtest du auf keinen Fall verzichten?
  • Was waren im letzten Jahr die schönsten Erlebnisse?
  • Was, findest du schafft ihr beiden besonders gut?
  • Wie hast du dich durch ihn/sie verändert?

Das sind nur ein paar Fragen. Aber ich bin mir sicher, du wirst mit deinen Antworten schon jede Menge Stoff für deinen Liebesbrief beisammen haben.

 

5. Wie um alles in der Welt fange ich an?

 

Wie möchtest du deinen Liebsten/deine Liebste ansprechen? Mach das einfach aus dem Gefühl heraus. Am besten du nimmst den Kosenamen oder Namen, den du auch im gemeinsamen Alltag verwendest. Nun kannst du schreiben, wieso du gerade jetzt diesen Liebesbrief schreibst. Oder du schreibst gleich zu Beginn die drei schönsten Eigenschaften von deiner/deinem Liebste*n auf. Oder du beschreibst mit vielen Details über das, was ihr gesehen, gehört gefühlt habt oder worüber ihr mal aus vollem Halse gelacht habt auf und schaffst somit gleich die Atmosphäre, die eure Beziehung ausmacht.

Du nimmst dir nun die Stichwortliste zu den Leitfragen oben her und schreibst einfach nach Gefühl über die verschiedenen Themen. Gerade beim Liebesbrief gibt es keine festgelegte Reihenfolge. 

 

6. Wie finde ich meinen eigenen Stil?

Schaffst du es, auf dein Gefühl zu hören und auch einfach so zu schreiben, wie dir „der Schnabel gewachsen ist“? Bei einem Liebesbrief darfst du im wahrsten Sinne dein Herz auf der Zunge tragen. Ohne dass es dabei zu kitschig und zu abgehoben oder unauthentisch klingt. Wähle Worte, die deine Worte sind. Nicht Worte von denen du glaubst, sie sollten in einem Liebesbrief gesagt werden.

Und das schöne dabei ist, dass die Worte von dir kommen. Natürlich kannst du auch zwischendurch interessante Zitate einbauen, die dir gefallen. Aber am besten verwendest du sie sparsam. Aber vielleicht habt ihr ja auch einen gemeinsamen Lieblingsfilm und da gibt es eine bestimmte Szene, über die ihr beiden schon sehr gelacht habt?

Baue in deinen Liebesbrief viele Verben ein. Beschreibe Details. Binde Metaphern, Bilder ein und beschreibe deine Wahrnehmungen: Wie haben sich Situationen, Verhaltensweisen, Worte angefühlt? Wie riecht für dich Vertrauen? Was siehst du, wenn du das Wort „Freude“ schreibst? Einen Liebesbrief schreiben ist eigentlich so, wie wenn du für deinen Liebsten ein wundervolles Gemälde mit euren Lieblingsfarben malst.

 

7. Wie gestalte ich meinen Liebesbrief?

Da kommt es darauf an, was du magst und was deinem/deiner Liebsten gefällt. Pergamentpapier, oder marmoriertes Papier gibt deinem Liebesbrief eine romantische Note. Vielleicht magst du auch mit einem Füller schreiben? Aber ein Kuli geht natürlich auch. Ein Brief in Handschrift ist alleine etwas ganz besonderes.

Hier noch ein paar Tipps zur Gestaltung:

Blätter vom letzten Waldspaziergang , getrocknete und gepresste Blumen.
Kannst du gut zeichnen oder malen? Mach doch einen schönen Rahmen um deinen Brief und verziere diesen je nach Jahreszeit mit gemalten Blüten oder Schneekristallen. Dir ist das zu kitschig? Machs mit Motiven, die dir gefallen oder einfach schwarz/weiß.
Klebe ein Foto von euch beiden mit dazu. Oder ein Foto von einer gemeinsamen Aussicht, die ihr erlebt habt. Auf eine Stadt von einem Turm aus? In den Bergen?

 

 

8. Wie übergebe ich meinen Liebesbrief?

 

Je nachdem, wie nah du deinem/deiner Geliebten schon bist, hast du verschiedene Möglichkeiten:

  • Wirf den Brief in den Briefkasten. So bist du ihn zwar los, du kannst aber die Reaktion nicht beobachten.
  • Mach ein tolles Frühstück für deine/n Liebste/n und lege den Brief dabei auf den Teller.
  • Lege den Brief in das Gepäck, das er/sie mit auf eine Reise nimmt.
  • Überreiche den Brief mit Blumen.
  • Stecke den Brief in ihren/seinen Schuh.
  • Überreiche den Brief zusammen mit einem Geschenk, nicht nur an Weihnachten oder zum Geburtstag – vielleicht Karten für eure Lieblingsband?

 

Viel Spaß beim Liebesbrief schreiben! Lasst euer Herz sprechen und denkt dran: Ein Liebesbrief ist sehr wertvoll, denn es ist unwahrscheinlich, dass ihr in 30 Jahren eine Whatsapp-Nachricht auf dem Dachboden findet und euch erinnert und euch freut….

 

Sagt Ja zueinander. Mehr Liebe braucht die Welt.

Eure Redekünstlerin Sabine

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Redekünstlerin Sabine Wanek

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